Im
Februar 2002 kam ich in Deutschland an, aus einem Land, das wirtschaftlich
und politisch zusammengebrochen war. Dieses Datum fiel mit dem Kölner
Karneval zusammen.
Dieses Fest mag für diejenigen, die dort geboren sind oder dort
bereits seit langem leben,
normal erscheinen, für Neuankömmlinge jedoch hinterläßt
der Karneval einen tiefgreifenden Eindruck.
Ein Jahr nach meiner Ankunft bekam ich die Aufgabe gestellt, über
das Thema 'Kehrseite' zu arbeiten. Es ist immer eine Herausforderung
abstrakte Begrifflichkeiten gestalterisch umzusetzen; daher entschied
ich mich dafür, eine kleine Geschichte zu erzählen.
Die Aufgabe bestand darin, keine Zweifel an der Definition des Wortes
zu lassen.
Zu diesem Zwecke erschien mir eine Animation als geeignetes Medium der
Darstellung.
Da es sich hierbei um einen relativ komplexen und zeitaufwendigen Prozess
handelt,
musste ich aufgrund der zeitlichen Beschränkung eine effiziente
Herangehensweise wählen, um diesen Kurzfilm zu realisieren.
Bei der Gestaltung der Charaktere und Szenarien waren vor allem die
Parameter "Idee und Zeit" zu berücksichtigen. Daher reduzierte
ich die Details auf ein Minimum. Die Vereinfachung ist gelungen, jedoch
gingen mir so verschiedene Ausdrucksmöglichkeiten wie dies zum
Beispiel über die Gestaltung von Mündern, Augenbrauen, Händen,
Accessoires etc. möglich ist, verloren.
Die Musik unterstreicht den athmosphärischen Verlauf der Geschichte,
die uns von einer
Seite auf die andere bringt.
Die Fertigstellung der Arbeit von der Entwurfsphase bis zu letzen Überarbeitung
betrug 30 Tage.